Meine Meinung zum MEDIA.TALK 2009

Dienstag, 10. November 2009 um 09:32
MEDIA.TALK 2009. Google Dir Deine Bildung - Was ist das Web-Wissen wert?

MEDIA.TALK 2009. Google Dir Deine Bildung - Was ist das Web-Wissen wert?

Gestern war im Bielefelder Ringlokschuppen der von der FHM (Fachhochschule des Mittelstands) organisierte MEDIA.TALK. Ich war das erste Mal bei dieser sich jährlich wiederholenden Veranstaltung und war ein wenig überrascht. Ich hatte (ein wenig naiv) gedacht, es wäre eine Art Webmontag in groß. Ist es aber nicht: Hat viel mehr Glamour und der Hauptteil auch weniger mit einer großen Diskussionsrunde mit freien Gedankenaustausch zu tun.

Dennoch. Die Studenten, die den Abend organisiert haben, haben ganze Arbeit geleistet und den Ringlokschuppen in eine angemessene Location verwandelt. Die Organisation hat wirklich super geklappt und die Schnittchen, die Schnittchen verteilt haben (der war zu schlecht, sorry), waren auch nicht schlecht. Vielen Dank dafür!

Der MEDIA.TALK selbst war ein wenig mäßig
Der buzzword-überhäufte[1] MEDIA.TALK war ein wenig komisch, da es eine Podiumsdiskussion ohne Diskussion (alle hatten sich lieb) war. Nur Thomas Hallet (Leiter der Programmgruppe Wissenschaft des WDR Fernsehen) schoss manchmal ein wenig gegen die Allgemeinstimmung, was aber auch zu keinen sonderlich großen Grundsatzdiskussionen führte.

Die Startrunde mit 30 Minuten debattieren, dass Twitter toll ist habe ich wohl schon zu oft gehört. Wenn Twitter einmal „sterben“ sollte, dann nur, weil jeder erzählt wie toll und sinnvoll dies ist. Mein Twitter-Account lag auch über ein Jahr lang nach der Anmeldung tweetlos rum, weil ich es nicht verstanden habe was ich damit tun soll.

Stefan Keuchel (Pressesprecher Google Deutschland) hatte seine Hausaufgaben gemacht und alle „Angriffe“ gegen sein Google gekonnt mit auswendig gelernten Sätzen abwehren können. Es muss ein harter Job sein, wenn immer wieder die gleiche Kritik (Google als Datenkrake, Google zensiert, Google verkauft obere Suchergebnisplätze) an einen ran getragen wird und man genau diese Argumente in positive Aspekte verwandeln soll.

Ich fühlte mich manchmal mit meinem iPhone in der Hosentasche ein wenig schlecht. Haben doch Katharina Borchert (Chefredakteurin www.derwesten.de, WAZ-Gruppe) und Hartmut Ostrowski (Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG) ein viel cooleres businesslikeres (cooles Buzzword) Blackberry „auf dem Nachttisch“ liegen.
Mich hat gewundert, dass Stefan Keuchel nichts von seinem G1 (das halb-gefloppte “Google-Handy”)  erzählt hat. Vielleicht hat er keins.

Die MEDIA.NIGHT war die Diskussion nach dem MEDIA.TALK
Nach dem MEDIA.TALK habe ich noch mit Johanna (Mitorganisatorin vom Webmontag Bielefeld) und Daniel (Kollege von HDNET) noch in der MEDIA.NIGHT ein wenig weiter gequatscht. Die beiden haben Prosecco geschlabbert und ich musste mich (als Fahrer) mit Bionade zufrieden geben. Das wiederum war eine wirklich sehr lustige Runde.

Es war ein sehr schöner Abend. Nächstes Jahr bin ich gerne wieder dabei.

1 = Statt „unique“ kann man in manchen Sätzen auch wirklich „einzigartig“ benutzen. Einfach mal ausprobieren – tut gar nicht weh.

5 Kommentare zu “Meine Meinung zum MEDIA.TALK 2009”

  1. 1Tweets die » Meine Meinung zum MEDIA.TALK 2009 tobi.weinhorst erwähnt -- Topsy.com

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Tobias Weinhorst, Johanna Bartels erwähnt. Johanna Bartels sagte: RT @ein_tobi Ich habe gebloggt: Meine Meinung zum MEDIA.TALK 2009 http://tinyurl.com/ygwwd2k #mediatalk –> Treffender als @nwnews ;-) [...]

  2. 2stefan keuchel

    Vielen Dank für die interessante Analyse des Abends. Die Veranstaltung war wirklich erstklassig organisiert – ich habe großen Respekt vor der Leistung der Studenten der FHM.
    Es stimmt: Die Diskussion hätte noch ein wenig lebendiger sein können/sollen. Jedoch sollte man nicht vergessen, dass nicht alle Gäste so Web-affin waren, wie Sie es offenbar sind. Hoffe, dass dennoch ein paar interessante Ansätze dabei waren.
    Schade, dass Sie den Eindruck hatten, ich hätte meine Sätze auswendig gelernt, denn das ist nicht der Fall. Natürlich bekommen wir einige “Vorwürfe” öfter zu hören und unsere Argumente ähneln sich natürlich genauso wie die “Vorwürfe”. Dennoch ist nichts davon auswendig gelernt.
    Ich wäre gern noch länger geblieben und hätte z.B. mit Ihnen ein wenig diskutiert, aber leider musste ich kurz nach Ende der Podiumsdiskussion wieder zurück nach HH.
    So oder so hatte ich den Eindruck, dass die Mehrzahl der Gäste einen kurzweiligen und interessanten Abend hatte. Und mir hat es auch viel Spaß gemacht. Beim nächsten Mal werde ich auch gern mein großartiges, nicht geflopptes G1 aus der Tasche zaubern :-)

  3. 3Neue Westfälische - Blogspot

    [...] Anderswo: Media-Talk-Besucher Tobi schildert in seinem Blog seine Eindrücke [...]

  4. 4Gestern beim MediaTalk: “Was ist Webwissen wert?” @lyssaslounge @frischkopp | Alex Kahl - Social Media und Enterprise 2.0

    [...] weiteres zum mediatalk Homepage des Mediatalk (hoffentlich bald mit Videoaufzeichnung) Blogposting auf Neue Westfälische – und das ist witziger weise in den Google Suchergebnissen noch vor dem Zeitungs-Artikel in der Neuen Westfälischen Kommentar auf neue westfälische Blogposting von Tobi [...]

  5. 5tobi.weinhorst

    Hallo Herr Keuchel,

    vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben hier ein paar Sätze loszuwerden.

    Ich bin es ja eigentlich nicht gewohnt hier im Blog Besucher zu Siezen, bei Ihnen mache ich mal eine Ausnahme. ;-)

    Ich hätte mich am Montag auch noch gerne mit Ihnen unterhalten – dann hätte Sie die Möglichkeit bekommen zu zeigen, dass die Sätze nicht auswendig gelernt sind. :-)

    Beste Grüße
    Tobias Weinhorst

Hinterlasse einen Kommentar